Was ist eine Opioid-Überdosis?

Was ist eine Opioid-Überdosis?

Unter einer Opioid-Überdosis (oder auch Opioidintoxikation) versteht man einen übermäßigen Konsum von Opioiden (wie zum Beispiel Heroin), der zu einer Vergiftung des Organismus führt. Eine Überdosierung kennzeichnet sich meist durch eine Atemdepression, Bewusstlosigkeit und stecknadelkopfgroße Pupillen des Betroffenen. Aufgrund der Verlangsamung der Atmung kann der Tod bereits innerhalb von wenigen Minuten eintreten.1, 2

Heroinintoxikation (Heroinüberdosierung)3,4,5

GründeBegünstigende FaktorenFolgen
  • Ungewollte Überdosis (Toleranzverlust oder Fehleinschätzung): ca. 77% der Fälle3
  • Mischintoxikation: Opioide, Alkohol, Benzodiazepine, Barbiturate
  • Unerwartet hohe Wirkstoffkonzentration (Reinheitsgrad)
  • Verminderte oder fehlende Toleranz (nach Abstinenz, Entzug)
Leichte Intoxokation
  • Blutdruckabfall /  Kreislaufversagen
  • Vermindertes Reflexvermögen
  • Miosis
  • Hypothermie

Schwere Intoxikation

  • Konvulsionen / Schüttelkrämpfe
  • Koma
  • Lungen- oder Hirnödem
  • Atemdepression (potenziell tödlich)

Die Opioid-Konsumenten haben eine individuelle Opioid-Toleranz, wodurch man nicht von einer bestimmten, tödlichen Dosis sprechen kann. Dabei sind regelmäßige Konsumenten einem geringeren Überdosierungsrisiko ausgesetzt als gelegentliche Konsumenten. Der regelmäßige Konsum führt zu einer Toleranzbildung gegenüber dem Wirkstoff, wodurch zwar eine höhere Dosis für einen „Kick“ benötigt wird, die jedoch keine Atemdepression auslöst. Bei einem gelegentlichen Konsum wird keine Toleranz gegenüber dem Wirkstoff ausgebildet. Wenn nun der Konsument eine höhere Dosis konsumiert, um einen „Kick“ zu erhalten, kann es zu einer Atemdepression kommen.3

In circa 77 % der Fälle ereignet sich eine Überdosis nach einem Toleranzverlust oder einer Fehleinschätzung der konsumierten Opioid-Menge. Zudem begünstigt eine Mischintoxikation mit anderen Opioiden oder Alkohol sowie der Reinheitsgrad der Droge das Überdosierungspotenzial.3

Die Folgen einer Überdosierung kennzeichnen sich bei einer leichten Intoxikation durch einen Blutdruckabfall, einem verminderten Reflexvermögen, Miosis und Hypothermie. Demgegenüber erkennt man eine schwere Intoxikation durch Schüttelkrämpfe, komatöse Zustände und einer Atemdepression.3,4,5

Quellen

1 European Monitoring Centre of Drugs and Drug Addiction 2016 Preventing opioid overdose deaths with take-home naloxone

2 United Nations Office on Drug and Crime 2013 Opioid overdose: preventing and reducing opioid overdose mortality

3 3 Freye E. 2016: Der opiatabhängige Patient. In: Opioide in der Medizin. Heidelberg: Springer Medizin Verlag, 9. Auflage, 341-370

4 Beubler E. et al. 2007: Opiatabhängigkeit Interdisziplinäre Aspekte für die Praxis. Wien: Springer-Verlag, 2. Auflage

5 Backmund M. 2008: Heroinabhängigkeit - Hepatitis C - HIV: Bedeutung in der Substitution. Landsberg: ecomed Medizin

Notfalltherapie bei einer Opioidüberdosis

Bei einer Opioid-Überdosierung ist schnelle Hilfe erforderlich.

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