Substitutionsbehandlung in Deutschland

Substitutionsbehandlung in Deutschland

Die Abhängigkeit von Opioiden wie z. B. Heroin ist eine schwere, behandlungsbedürftige Er­krankung.1 In Deutschland leben etwa 200.000 heroinabhängige Menschen. Bisher befinden sich nur etwa 77.500 (Stand: Juli 2014) Menschen in Behandlung und erhalten eine sogenannte Substitutionstherapie.2,3 Darunter versteht man die Vergabe von Drogenersatzstoffen durch Ärzte. Ziel ist es, die Einnahme von illegalen Drogen überflüssig zu machen. Opioidabhängige Menschen erhalten so die Chance auf ein Leben ohne Beschaffungskriminalität, auf ein verringertes Infektionsrisiko und auf eine gesundheitliche und berufliche Rehabilitation.4

„Die Substitutionsbehandlung ist eine Erfolgsgeschichte in der Suchtbehandlung“ – so heißt es aktuell auf der Website der Drogenbeauftragten der Bundesregierung.4 Nach einigen Jahren in Therapie sind viele Patienten gesundheitlich und sozial so stabil, dass sie sogar wieder in den Beruf einsteigen können.5

Seit über 20 Jahren ist die Substitutionstherapie ein wichtiger Pfeiler in der Behandlung der Heroinabhängigkeit. Entsprechend der Schwere der chronischen Erkrankung ist das erste Therapieziel, das Überleben des Patienten zu sichern.1 Je weniger illegale Drogen die Betroffenen konsumieren und je weniger straffällig sie sind, desto stabiler ist in der Regel ihr gesundheitlicher Allgemeinzustand. Durch den regelmäßigen Besuch beim Arzt können z. B. Begleiterkrankungen früher erkannt und besser behandelt werden.5

Ziele der Substitutionsbehandlung

Grundlegende Ziele6

  • Überleben der Betroffenen sichern
  • Reduktion des Drogenkonsums und der kriminellen Aktivität
  • Reduktion der Infektionsgefahr (Hepatitis, HIV etc.)

Mittelfristige Ziele6

  • Körperliche und seelische Gesundheit aufbauen und erhalten
  • Einnahme zusätzlicher Drogen („Beigebrauch“) verhindern
  • Soziale Stabilisierung

Langfristige Ziele6

  • Führung eines drogenfreien Lebens

Während die Bundesärztekammer den vollständigen Verzicht auf Opiate als langfristiges Ziel definiert, sieht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dies als Ideal, das nur von wenigen Patienten erreicht werden kann.1,7 Die Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) dagegen spricht von der schrittweisen Wiederherstellung der Betäubungsmittelabstinenz.8

Die Firma Mundipharma engagiert sich dafür, dass heroinabhängige Menschen nicht ausgegrenzt oder als „Kriminelle“ abgestempelt werden. Verständnis und Akzeptanz sind ein Schlüssel dafür, dass Betroffene sich den Herausforderungen ihrer Sucht stellen und ihre Probleme bewältigen können. Die Leiden der Patienten und ihrer Angehörigen zu lindern, ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Die Patienten haben ein Recht auf eine angemessene Therapie und Betreuung.

Quellen

1.

Bundesärztekammer 2010: Richtlinien zur Durchführung der substitutionsgestützten Behandlung Opiatabhängiger.

2.

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Bericht zum Substitutionsregister, 2015

5.

Wittchen H.-U. et al. 2011: Ergebnisse und Schlussfolgerungen der PREMOS-Studie, in: Suchtmedizin in Forschung und Praxis, Band 13, Nr. 5.

6.

akzept e.V. (Hg.) 2012: Substitution und Psychotherapie im stationären und ambulanten Setting, Dokumentation der Fachtagung am 02.12.2011 in Berlin.

7.

WHO/UNODC/UNAIDS 2004: Position Paper.

8.

Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung vom 20. Januar 1998 (BGBl. I S. 74, 80), die zuletzt durch Artikel 2 der Verordnung vom 5. Dezember 2014 (BGBl. I S. 1999) geändert worden ist.

Kriterien für die Therapie

Um eine sichere Therapie zu gewährleisten und einen Missbrauch bestmöglich auszuschließen, ist die Substitutionsbehandlung streng geregelt.

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Medikamentöse Therapie

Die Risiken, die mit dem Gebrauch von „Straßenheroin“ einhergehen, können für den Patienten durch die Substitutionstherapie verringert werden.

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Psychosoziale Betreuung

Psychotherapeuten zeigen Möglichkeiten auf, wie mit der Erkrankung eigenverantwortlich umgegangen werden kann und wie die Angehörigen die Patienten unterstützen können.

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