Medikamentöse Therapie

Medikamentöse Therapie

Von großer Bedeutung für den Erfolg der Behandlung ist der Einsatz eines Substitutionsmittels mit einer möglichst hohen „Haltequote“. Durch diesen langen Verbleib in der Therapie können verschiedene Risiken für Patienten verringert werden, da sie in der Regel nicht länger das meist problematische „Straßenheroin“ konsumieren: Die Gefahr einer Überdosierung durch schwankende Konzentrationen des Heroins wird minimiert. Darüber hinaus kann das Risiko einer Ansteckung mit Hepatitis und HIV durch gemeinsame Nadelverwendung deutlich verringert werden. Der Patient kann auch den Tücken des „gestreckten Heroins“ entgehen, das gefährliche Substanzen enthalten kann, die den Körper zusätzlich schädigen oder sogar zum Tod führen können. Zudem kann die Therapie den Patienten aus der Beschaffungskriminalität und/oder der Prostitution herausführen – eine wichtige Voraussetzung, um sich ein neues soziales Umfeld aufzubauen.

Substitutionsmittel

Neben dem Heilmittelwerbe-Gesetz (HWG), das generell die Bewerbung von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln außerhalb der qualifizierten Fachkreise untersagt, unterliegt die Bewerbung von Substitutionsmitteln darüber hinaus auch dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG), welches explizit die Bewerbung von Betäubungsmitteln außerhalb der qualifizierten Fachkreise verbietet.

Die folgende Aufzählung zeigt die momentan zur Verfügung stehenden zugelassenen Substitutionsmittel, die im Rahmen der Therapie eingesetzt werden können. Fragen zu den jeweiligen Behandlungsmöglichkeiten kann Ihnen Ihr Arzt beantworten.

Substitutionsmittel (in alphabetischer Reihenfolge): Buprenorphin, Levomethadon, Methadon-Razemat, Morphin retard. Nur in begründeten Ausnahmefällen dürfen gemäß Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) folgende Wirkstoffe eingesetzt werden: Codein / Dihydrocodein, Diacetylmorphin (medizinisches Heroin).

Quelle

1.

Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung vom 20. Januar 1998 (BGBl. I S. 74, 80), die zuletzt durch Artikel 2 der Verordnung vom 5. Dezember 2014 (BGBl. I S. 1999) geändert worden ist.

Substitutionsbehandlung in Deutschland

In Deutschland leben etwa 200.000 heroinabhängige Menschen.

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Kriterien für die Therapie

Um eine sichere Therapie zu gewährleisten und einen Missbrauch bestmöglich auszuschließen, ist die Substitutionsbehandlung streng geregelt.

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Psychosoziale Betreuung

Psychotherapeuten zeigen Möglichkeiten auf, wie mit der Erkrankung eigenverantwortlich umgegangen werden kann und wie die Angehörigen die Patienten unterstützen können.

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