Kriterien für die Therapie

Kriterien für die Therapie

Um eine sichere Therapie zu gewährleisten und einen Missbrauch bestmöglich auszuschließen, ist die Substitutionsbehandlung streng geregelt. Vor Behandlungsbeginn ist eine sorgfältige und ausführliche Anamnese durch einen Arzt notwendig. Es muss u. a. geklärt werden, welche Drogen aktuell und in der Vergangenheit konsumiert werden/wurden und ob und gegebenenfalls welche Behandlungen schon durchgeführt worden sind. Auch eine Erhebung von körperlichen Begleit- und Vorerkrankungen sowie eine psychiatrische Anamnese (Erfassung der Beschwerden) sind erforderlich.1

Vor der Einleitung einer Substitutionstherapie muss der Arzt zunächst die Diagnose „Opiatabhängigkeit“ stellen. Diese liegt vor, wenn mindestens drei der folgenden Kriterien über einen längeren Zeitraum vorliegen:

  1. „Starker bis übermäßiger Wunsch, Opiate zu konsumieren,
  2. verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Konsums,
  3. Nachweis einer Toleranzentwicklung,
  4. körperliches Entzugssyndrom,
  5. fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügen oder Interessen zu Gunsten des Substanzkonsums; erhöhter Zeitaufwand, um die Substanz zu beschaffen,
  6. anhaltender Substanzkonsum trotz des Nachweises eindeutig schädlicher Folgen.“1

Insbesondere die aufgeführten Anzeichen einer körperlichen Abhängigkeit müssen erfüllt sein. Der Arzt erstellt anschließend einen Behandlungsplan und schließt mit dem Patienten einen Behandlungsvertrag. Außerdem muss er die Therapie an ein zentrales Register melden.2

Quellen

1.

Bundesärztekammer 2010: Richtlinien zur Durchführung der substitutionsgestützten Behandlung Opiatabhängiger.

2.

Kompendium Substitutionstherapie. Wissenschaftliche Leitung: Dr. med. Jörg Gölz, Berlin, Dr. med. Manfred Nowak, Landau. Stand: Februar 2012

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