Therapie aus vielen Bausteinen

Rheumatische Erkrankungen sind bis heute nicht komplett heilbar. Das soll Sie aber nicht entmutigen, denn es gilt auch: Je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto eher besteht für Sie die Chance, dass sie weniger schlimm verläuft oder sogar zum Stillstand kommt.

Bei der Therapie setzen Ärzte vor allem auf eine Kombination aus Entzündungshemmern, Schmerzmedikamenten und Physiotherapie. Diese „Drei-Säulen-Therapie“ kann die Gelenkentzündung und –zerstörung verlangsamen, die Schmerzen lindern und für mehr Bewegungsfreiheit sorgen. Das erhöht Ihre Lebensqualität enorm! Weitere Therapiebausteine sollten auch im Alltag stets eine gesunde Ernährung und viel Bewegung sein.

Experten empfehlen, die Behandlung mit Medikamenten möglichst bald nach Ausbruch der Erkrankung zu beginnen. Je nach Stadium und Schweregrad der Erkrankung wird Ihr Arzt Ihnen folgende Therapieoptionen vorstellen:

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)

NSAR sind Schmerzmittel, die entzündungshemmend wirken, Gelenkschwellungen zurückbilden und Fieber senken. Die Krankheit aufhalten können sie aber nicht.

Bekannte NSAR-Wirkstoffe sind Ibuprofen und Diclofenac. Insbesondere für den Langzeitgebrauch sind NSAR nicht zu empfehlen, da sie Nebenwirkungen vor allem im Magen-Darm-Trakt haben können.

Glukokortikoide

Glukokortikoide wie z. B. Prednison zählen zu den Kortikosteroiden und werden zusammen mit DMARDs* eingesetzt. Sie wirken stark entzündungshemmend und können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Nach einer höheren Startdosis kann die Dosierung deutlich reduziert werden und wirkt dann trotzdem intensiv bei relativ geringen Nebenwirkungen („Low-Dose“-Therapie).

Antirheumatika (DMARDs)*

Um die Entzündung am Ort der Entstehung zu hemmen und den zerstörenden Prozess zu verlangsamen, werden sogenannte krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs) eingesetzt. Diese gehören zu den Immunsuppressiva, die direkt in das Immunsystem eingreifen. DMARDs werden auch als Basismedikation bezeichnet. Bekannte Wirkstoffe sind Azathioprin, Sulfasalazin oder Methotrexat.

Biotechnologisch hergestellte Immunsuppressiva

Seit einiger Zeit werden auch biotechnologisch hergestellte Immunsuppressiva, sogenannte „Biologika“, oder neuerdings auch „Biosimilars“ eingesetzt. Dazu gehören unter anderem die TNF-α-Blocker, die zielgerichtet in das Entzündungsgeschehen eingreifen und im Idealfall die Erkrankung sogar stoppen können.

Begleitende Ergo-/Physiotherapie

Wie entlaste ich meine Gelenke? Wie darf ich sie belasten? Wie kann ich mir den Alltag leichter machen? Welche Hilfsmittel sind geeignet? Ergotherapeuten bieten ein wichtiges Angebot der Hilfe zur Selbsthilfe für rheumakranke Menschen, das Sie nutzen sollten. Bei spezifischen Einschränkungen helfen Ihnen auch Physiotherapeuten mit gezielten Übungen, die Sie dabei unterstützen, Ihre Gelenke beweglich und Sehnen geschmeidig zu halten sowie Muskeln aufzubauen.

Operative Behandlung

Bei Patienten mit schweren Gelenkschädigungen müssen eventuell chirurgische Eingriffe durchgeführt werden. Das Hauptziel dieser Eingriffe ist es, Schmerzen zu lindern und die Funktion des betroffenen Gelenks zu verbessern. Manchmal müssen auch künstliche  Gelenke eingesetzt werden.

Therapie-Bausteine

  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)
  • Glukokortikoide
  • Antirheumatika (DMARDs)
  • Biotechnologisch hergestellte Immunsuppressiva
    („Biologika“ bzw. „Biosimilars“)
  • Ergo -/Physiotherapie
  • Operation
*.

DMARDs: disease-modifying anti-rheumatic drugs/krankheitsmodifizierende Antirheumatika

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