Non - Hodgkin – Lymphom

Krankheit mit vielen Ausprägungen

Die Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) gehören zur Gruppe der "malignen Lymphome" (bösartige Lymphknotengeschwülste). Diese Bezeichnung fasst eine große Zahl unterschiedlicher Erkrankungen zusammen - von aggressiven über niedrig maligne (weniger bösartige) oder indolente (langsam fortschreitende, nicht akute) Formen. Maligne Lymphome sind relativ selten: Jährlich erkranken in Deutschland schätzungsweise 10 bis 15 pro 100.000 Personen neu an Non-Hodgkin-Lymphomen, Männer geringfügig häufiger als Frauen.1 Trotz intensiver Forschung sind die Ursachen der Lymphomentstehung bisher noch ungeklärt. Auch gibt es keine spezifischen Krankheitszeichen, so dass die meisten Lymphome auch nur zufällig entdeckt werden, z. B. bei einer Routine-Untersuchung.

Mögliche Symptome

Anzeichen für ein Lymphom sind Lymphknotenschwellung über einen längeren Zeitraum, Leistungsschwäche, Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Auch unklare Druckschmerzen, Schwellungen und eine erhöhte Infektanfälligkeit können Hinweise auf eine Erkrankung sein. Hinzu kommen häufiges oder anhaltendes Fieber über 38 Grad, nächtliches Schwitzen sowie unklarer Gewichtsverlust von mehr als zehn Prozent des Körpergewichts in sechs Monaten.

Diagnose des Lymphoms

Wenn Verdacht auf ein Lymphom besteht, müssen sich Patienten auf relativ umfangreiche Untersuchungen einstellen. Diese sind nötig, um die Diagnose zu sichern und um festzustellen, welche Form der Erkrankung genau vorliegt und wie weit sie sich im Körper ausgebreitet hat.

Diagnose des NHL

Die meisten Untersuchungen können ambulant in der Fachabteilung einer Klinik oder einer Facharztpraxis durchgeführt werden. Eine stationäre Aufnahme in die Klinik wird nur dann notwendig, wenn der Zustand des Patienten sich rapide verschlechtert oder ein schneller Therapiebeginn nötig ist.

Krankengeschichte und körperliche Untersuchung

Die Anamnese gibt Aufschluss über die Geschwindigkeit, mit der sich Lymphknotenvergrößerung und Beschwerden entwickelt haben. Bei den körperlichen Untersuchungen wird besonders auf Lymphknoten und lymphatisches Gewebe im Nasen-Rachen-Raum geachtet; meist werden auch Ultraschallaufnahmen gemacht.

Blutuntersuchungen

Für die Blutuntersuchung wird aus der Armvene eine kleine Blutmenge entnommen. Bei malignen Lymphomen zeigt sich eine Verschiebung im Verhältnis von roten und weißen Blutkörperchen sowie der Blutplättchen; bei einigen Lymphomtypen finden sich auch im Blut Lymphomzellen.

Untersuchung der Lymphknoten

Zum Nachweis von Krebszellen wird ein Lymphknoten entnommen und in hoch spezialisierten Labors untersucht. Auch die Entnahme und Untersuchung von Knochenmarkproben aus dem Becken (Beckenkammpunktion) gehört zum Untersuchungsprogramm. Bei Verdacht auf den Lymphombefall eines inneren Organs werden auch hier Gewebeproben entnommen.

Lumbalpunktion

Ist das Zentralnervensystem von Lymphomzellen angegriffen, lässt sich dies in einer Probe des Nervenwassers (Liquor) nachweisen, die mit Hilfe einer Lumbalpunktion (Liquorentnahme aus dem Rückenmarkskanal in örtlicher Betäubung) entnommen wird. Ist das Zentralnervensystem betroffen - was vor allem bei aggressiven Lymphomen der Fall sein kann - wird eine spezielle Therapie eingeleitet.

Beurteilung der Krankheitsausbreitung

Wenn der Lymphomtyp feststeht, benötigt der Arzt zur Planung der Behandlung weitere Diagnostik, um das Ausmaß der Erkrankung einzuschätzen.

Bildgebende Verfahren

Ultraschall, Computertomographie oder Kernspintomographie liefern Bilder, die den Befall der Lymphknoten genau zeigen und dem Arzt wichtige Hinweise für das so genannte Staging, die Beurteilung der Krankheitsausbreitung, liefern.

Szintigraphie

Haben Patienten möglicherweise Lymphomherde im Skelett, wird eine Skelettszintigraphie mit schwach radioaktiven Substanzen durchgeführt.

Stadieneinteilung und Klassifikation

Die Ergebnisse der Untersuchungen liegen meist nach einigen Tagen vor und bilden die Grundlage des individuellen Behandlungsplans. Mediziner und Lymphomspezialisten arbeiten dabei mit einer international gültigen Klassifikation, die den Schweregrad der Erkrankung eindeutig und für jeden behandelnden Arzt nachvollziehbar beschreibt.

Quelle

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