Überproduktion kranker B-Lymphozyten

Das Multiple Myelom oder Plasmozytom ist eine sehr häufige Blutkrebserkrankung. Durch eine gestörte Funktion der B-Lymphozyten werden anstelle funktionsfähiger Antikörper so genannte "Myelomproteine" gebildet, die massenhaft im Blut und im Urin nachweisbar sind.

Beim Multiplen Myelom ist auch die Knochensubstanz beeinträchtigt. Anders als bei Non-Hodgkin-Lymphomen finden sich hier auch Lymphomzellen im Skelett. Diese können osteoporose-ähnliche Krankheitsbilder mit Knochenschmerzen und Knochenbrüchen hervorrufen. Die Myelomproteine beeinträchtigen auch häufig die Nierenfunktion, so dass unter anderem Harnwegsinfekte auftreten.

Therapie des Multiplen Myeloms

Zahlreiche Studien optimieren die Therapie

Experten empfehlen, dass Patienten mit einem Multiplen Myelom unter "Studienbedingungen" behandelt werden. Das bedeutet, dass ihre Daten und Behandlungspläne ständig ausgewertet und verglichen werden, um die zukünftige Therapie zu verbessern. Viele Ärzte und Kliniken nehmen an solchen kontrollierten Studien teil.

Unterschiedliche Therapien je nach Stadium

Im frühen Stadium gilt "Watch and wait" - also abwartendes Beobachten der Krankheitsentwicklung. Bisher gab es keinen Beleg dafür, dass beschwerdefreie Patienten von einer frühen Behandlung profitieren oder dass sich der Verlauf der Krankheit durch frühe Behandlung verbessern lässt.
Bei fortschreitender Krankheit oder Nierenproblemen durch das verdickte Blut wird eine Chemotherapie durchgeführt.

Im späteren Stadium wird meist eine hoch dosierte Chemotherapie mit einer Stammzelltransplantation kombiniert, wobei die eigenen Stammzellen des Patienten genutzt werden (autologe Transplantation). Alternativ zur hoch dosierten Chemotherapie oder Stammzelltransplantation kann auch eine Therapie mit einer Kombination aus Zytostatikum und "Kortison" in Tablettenform durchgeführt werden.

Leider oft Rückfälle

Nicht alle Myelompatienten sprechen gleich gut auf eine Therapie an. Langfristig muss die Mehrzahl der Patienten mit einem Rückfall rechnen, auch wenn mit der ersten Behandlung ein Erfolg bzw. ein gutes Ansprechen auf das Medikament zu verzeichnen war.

Begleitende Behandlung

Unterstützende Behandlungsmaßnahmen sind für Patienten mit multiplem Myelom besonders wichtig. Neben einer individuell angepassten Schmerzbehandlung mit schmerzlindernden Mitteln werden Bestrahlungen und Medikamente verabreicht, die den Knochenabbau hemmen. Außerdem werden Infektionsanfälligkeit und Blutarmut behandelt.

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