Komplementär- und Supportivtherapie

Supportive und komplementäre Therapien

In der Behandlung von Krebserkrankungen sind in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte erzielt worden. Die modernen und zielgerichteten Therapieoptionen bringen den Patienten deutliche Vorteile hinsichtlich der Heilungsraten bzw. Lebensverlängerung1. Damit rückt die Steigerung der Lebensqualität und die Minimierung der Nebenwirkungen von Therapien immer mehr in den Vordergrund.

Folgerichtig ist die supportive Therapie heute ein essenzieller Pfeiler des Behandlungskonzeptes von Patienten mit Krebserkrankungen2. Mit ihr lassen sich in vielen Fällen mögliche Nebenwirkungen der verschiedenen Tumortherapien vermeiden, mildern oder behandeln3 und ermöglichen so häufig die Durchführung einer erfolgreichen und spezifischen Krebstherapie4.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen moderner onkologischer Therapien gehören z.B. Übelkeit und Erbrechen, Entzündungen der Mundschleimhaut (Mukositis), Schmerzen oder eine anhaltende Erschöpfung, die sogenannte Cancer related Fatigue (CrF)2.

Diese Nebenwirkungen schränken die Patienten in ihrer Lebensqualität deutlich ein und wirken sich auf viele Bereiche des täglichen Lebens aus. So sind Schmerzen für viele Patienten ein sehr belastender Faktor, gerade in der palliativen Situation. Dabei kann eine gute supportive Schmerztherapie bei fast allen Krebspatienten (97%) eine befriedigende Schmerzlinderung, in vielen Fällen sogar eine Schmerzfreiheit ermöglichen6. Die Nebenwirkung, die von vielen Patienten als am stärksten belastend empfunden wird, ist die Antriebslosigkeit und Müdigkeit (CrF) als Folge der onkologischen Therapie und Erkrankung5.

Gerade Fatigue stellt eine besondere Herausforderung dar, da die Therapie dieser Nebenwirkung vielgestaltig ist und verschiedene Behandlungsansätze miteinander kombiniert werden können.9 Neben speziellen Bewegungsprogrammen, psychologischer Betreuung und Schulung, sowie medikamentöser Behandlung kommen auch komplementärmedizinische Verfahren zur Anwendung wie Entspannungsverfahren oder Phytotherapien (Misteltherapie, Ginseng).

Komplementärmedizinische Therapien

Bei komplementärmedizinischen Methoden handelt es sich um Verfahren, die die Schul- oder konventionelle Medizin ergänzen und so einen wichtigen Stellenwert in dem onkologischen Gesamtkonzept einnehmen. Diese Verfahren basieren häufig auf einer langen Erfahrung in der Medizin. Allerdings existieren für viele komplementärmedizinische Therapien zurzeit nur wenige klinische Studien, die dem wissenschaftlichen Standard entsprechen und die Wirksamkeit und Sicherheit der Methoden belegen. Daher sollte eine komplementäre Therapie immer mit dem behandelnden Onkologen besprochen werden7.

Verfahren der Komplementärmedizin sind z.B.:7

  • Arzneimittel bzw. Phytotherapeutika wie Mistel, Ginseng, Thymusextrakt, Enzme
  • Nahrungsergänzungsmittel wie Spurenelemente (z.B. Selen) oder Vitamine (z.B. Vitamin D)
  • Technische Verfahren wie Hyperthermie
  • Psychologische Verfahren wie Qi Gong

Viele Patienten haben den Wunsch, selbst aktiv zu werden und ergänzend zu den konventionellen onkologischen Therapien komplementäre Methoden zu nutzen, um ihre Lebensqualität zu steigern7. Wichtig ist es, die Komplementärmedizin von der Alternativen Medizin abzugrenzen. Bei der Alternativen Medizin werden Verfahren eingesetzt, die die klassische onkologische Therapie ersetzen sollen. Dies ist nicht das Ziel der Komplementärmedizin, die eine Ergänzung der klassischen Therapie darstellt8.

Quellen:

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