Therapie aus vielen Bausteinen: Die Behandlungsmöglichkeiten!

Trotz intensiver Forschung: Psoriasis-Arthritis ist bis heute nicht komplett heilbar. Das soll Sie nicht beunruhigen, denn es gilt auch: Je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto eher besteht die Chance, dass sie weniger schlimm verläuft oder sogar zum Stillstand kommt.

Je nachdem, ob die Psoriasis allein oder in Kombination mit einer Psoriasis-Arthritis auftritt, setzen Ihre Ärzte auf verschiedene Therapie-Bausteine, die sie je nach Schweregrad und Verlauf individuell für Sie zusammenstellen.

Bei der Arthritis-Therapie setzen Ärzte vor allem auf eine Kombination aus Entzündungshemmern, Schmerzmedikamenten und Physiotherapie. Diese „Drei-Säulen-Therapie“ kann die Gelenkentzündung und –zerstörung verlangsamen, die Schmerzen lindern und für mehr Bewegungsfreiheit sorgen.

Experten empfehlen, die Behandlung mit Medikamenten möglichst bald nach Ausbruch der Erkrankung zu beginnen. Ihr Arzt wird Ihnen bei der Psoriasis Erkrankung  je nach Stadium und Schweregrad folgende Therapieoptionen vorstellen:

Phototherapie: Linderung durch Licht

Die UV-Strahlen hemmen bestimmte Zellen des Immunsystems und drosseln so auch die übersteigerte Produktion von Hautzellen bei der Schuppenflechte.

Klimatherapie: Salz- und Seeluft

Auch ein Aufenthalt am Meer bringt Erholung von der Psoriasis. Besonders das Tote Meer mit seinem hohen Mineraliengehalt hemmt die Entzündung und verstärkt die Wirkung des Sonnenlichts.

Cremes und Lotionen

Gegen die Hautbeschwerden helfen Medikamente in Form von Cremes, Salben und Lotionen (topischer Ansatz). Linderung verschaffen auch spezielle Badezusätze und Shampoos. Um die Schuppen abzulösen, können auch Salbenverbände aufgelegt werden. Meist sind darin Wirkstoffe wie Salicylsäure, Harnstoff oder Milchsäure enthalten, oft auch Vitamin D. Häufig kombiniert man solche Präparate mit Kortisonsalben. Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten: Bei einer Langzeitanwendung löst Kortisonsalbe selbst Hautschäden aus.

Vitamin-A-Abkömmlinge (Retinoide)

Neben Cremes und Lotionen können bei Schuppenflechte „systemische“ (innerlich anzuwendende) Therapieformen erforderlich sein, beispielsweise eine Behandlung mit Vitamin-A-abkömmlingen (Retinoiden). Diese Wirkstoffe normalisieren das Zellwachstum und beschleunigen die Abschuppung der Haut.

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)

NSAR sind Schmerzmittel, die entzündungshemmend wirken, Gelenkschwellungen zurückbilden und Fieber senken. Die Krankheit aufhalten können sie aber nicht.
Bekannte NSAR-Wirkstoffe sind Ibuprofen und Diclofenac. Insbesondere für den Langzeitgebrauch sind NSAR nicht zu empfehlen, da sie Nebenwirkungen vor allem im Magen-Darm-Trakt haben können.

Antirheumatika (DMARDs)*

Um die Entzündung am Ort der Entstehung zu hemmen und den zerstörenden Prozess zu verlangsamen, werden sogenannte krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs) eingesetzt. Diese gehören zu den Immunsuppressiva, die direkt in das Immunsystem eingreifen. DMARDs werden auch als Basismedikation bezeichnet. Bekannte Wirkstoffe sind Azathioprin, Sulfasalazin oder Methotrexat.

Biotechnologisch hergestellte Immunsuppressiva

Seit einiger Zeit werden auch biotechnologisch hergestellte Immunsuppressiva, sogenannte „Biologika“, oder neuerdings auch „Biosimilars“ eingesetzt. Dazu gehören unter anderem die TNF-α-Blocker, die zielgerichtet in das Entzündungsgeschehen eingreifen und im Idealfall die Erkrankung sogar stoppen können.

Begleitende Ergo-/Physiotherapie

Wie entlaste ich meine Gelenke? Wie darf ich sie belasten? Wie kann ich mir den Alltag leichter machen? Welche Hilfsmittel sind geeignet? Ergotherapeuten bieten ein wichtiges Angebot der Hilfe zur Selbsthilfe für rheumakranke Menschen, das Sie nutzen sollten. Bei spezifischen Einschränkungen helfen Ihnen auch Physiotherapeuten mit gezielten Übungen, die Sie dabei unterstutzen, Ihre Gelenke beweglich und Sehnen geschmeidig zu halten sowie Muskeln aufzubauen.

Operative Behandlung

Bei Patienten mit schweren Gelenkschädigungen müssen eventuell chirurgische Eingriffe durchgeführt werden. Das Hauptziel dieser Eingriffe ist es, Schmerzen zu lindern und die Funktion des betroffenen Gelenks zu verbessern. Manchmal müssen auch künstliche  Gelenke eingesetzt werden.

Therapie-Bausteine

  • Phototherapie
  • Klimatherapie
  • Topische Behandlung (auf der Haut) bei Schuppenflechte, z. B. mit Salben
  • Vitamin-A-Abkömmlinge (Retinoide)
  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)
  • Antirheumatika (DMARDs)
  • Biotechnologisch hergestellte Immunsuppressiva
    („Biologika“ bzw. „Biosimilars“)
  • Ergo -/Physiotherapie
  • Operation
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DMARDs: disease-modifying anti-rheumatic drugs/krankheitsmodifizierende Antirheumatika

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