Diagnose von Morbus Crohn

Wie erkennt mein Arzt Morbus Crohn?

Immer wieder Bauchkrämpfe und heftige Durchfälle, Blut und Schleim im Stuhl. Fieberschübe, Übelkeit, starker Gewichtsverlust. Wenn Sie an solchen Beschwerden leiden, können Sie eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED) wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa haben.

Beide Erkrankungen weisen ähnliche Symptome auf und können auch als Mischform auftreten. Um die Verdachtsdiagnose Morbus Crohn zu stellen, wird Ihr Arzt vermutlich die folgenden Untersuchungen durchführen:

Die Erstuntersuchung:

Ihr Arzt wird Sie bei Verdacht auf eine chronisch-entzündliche Erkrankung nach Ihren Symptomen fragen (Anamnese) und dabei auch auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Medikamente zu sprechen kommen.

Bei Morbus Crohn wird er Sie nach Durchfällen, Bauchschmerzen und Ihrem Allgemeinbefinden fragen, aber auch Symptomen außerhalb des Darmes untersuchen, wie z. B. eine mögliche Gelenkbeteiligung, Augensymptomen, Analfisteln und Hämorrhoiden oder erhöhte Körpertemperatur. Auch Ihr Körpergewicht wird geprüft, da ein deutlicher Gewichtsverlust bei Morbus Crohn auftreten kann.

Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) können zeigen, welche Teile des Darmtraktes z. B. von Fisteln betroffen sind und ermöglichen so eine Unterscheidung zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

Darmspiegelung:

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa unterscheiden sich darin, welche Teile des Darmtraktes betroffen sind. Bei der Colitis ulcerosa ist ausschließlich die Schleimhaut des Dickdarms, bei Morbus Crohn sind alle Schichten der Darmwand entzündet. Die Entzündungen beginnen im Enddarm und breiten sich unterschiedlich weit aus.

Bei der Darmspiegelung (je nach untersuchtem Darmbereich auch bezeichnet als Endoskopie, Koloskopie oder Sigmoidoskopie) kann Ihr Arzt Veränderungen im Darm untersuchen. Auch eine Gewebeentnahme (Biopsie) über das Endoskop ist möglich.

Zur Vorbereitung dürfen Sie etwa 12 bis 24 Stunden vor der Untersuchung nichts essen oder trinken; durch Abführmittel werden Stuhlreste entfernt. Sie erhalten ein Beruhigungsmittel, dann wird das bewegliche Endoskop vorsichtig über den Anus in den Darm eingeführt. Über den Schlauch des Endoskops wird Luft in den Darmabschnitt geleitet, so dass sich dieser entfaltet. Per Kamera kann nun die Darmwand inspiziert werden. Im Anschluss an die Untersuchung sollten Sie einige Zeit zur Nachbeobachtung einplanen. Die Koloskopie ist heute eine Routineuntersuchung und risikoarm.

In der sogenannten Kapselendoskopie schlucken Sie eine Kamerakapsel, die über den Verdauungstrakt in den Darm gelangt. Auf dem Weg durch den Magen-Darm-Trakt nimmt die Kapsel automatisiert Bilder aus dem Verdauungstrakt auf und sendet sie nach außen.

Familiengeschichte

Ihr Arzt wird bei Ihnen womöglich auch nachfragen, ob ein Verwandter ebenfalls an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung erkrankt ist oder war, denn die Krankheitsgeschichte Ihrer Familie kann ein weiteres Indiz dafür sein, dass Sie Morbus Crohn haben.

Laboruntersuchungen:

Durch Blutuntersuchungen erhält Ihr Arzt viele wertvolle Informationen. Bei Verdacht auf eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung wird meistens das sogenannte Routinelabor gemacht (häufig: Blutsenkungsgeschwindigkeit, Blutbild, Leber-/Nierenwerte, Eisenstatus sowie Vitamin B12 und Folsäure) sowie verschiedene weitere Entzündungsparameter bestimmt (z. B. C-reaktives Protein CRP). Auch die Untersuchung einer Stuhlprobe auf Entzündungswerte unterstützt die weitere Diagnosestellung.

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