Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie der COPD

Bei der medikamentösen Behandlung geht es in erster Linie darum, die verengten Atemwege zu erweitern, damit das Ein- und Ausatmen erleichtert und die Sauerstoffversorgung des Körpers verbessert wird. Dazu werden bronchialerweiternde Medikamente, auch Bronchodilatatoren genannt, eingesetzt.

Generell unterscheidet man zwischen Langzeitmedikamenten, die regelmäßig angewendet werden und Bedarfsmedikamenten, die nur bei akuten Beschwerden oder einer Verschlimmerung eingesetzt werden.

Die Medikamente werden meistens inhaliert. Dies hat den Vorteil, dass die Wirkstoffe schnell, direkt und in optimaler Konzentration an ihren Wirkort – die Atemwege – gelangen. Zudem sind die inhalierten Medikamente meist besser verträglich als Tabletten. Ein Stufenschema legt fest, bei welchem Schweregrad welche Medikamente sinnvoll sind.

Bedarfsmedikamente

Für alle Patienten der COPD-Schweregrade 1-4 gibt es sogenannte Bedarfsmedikamente, die nur bei akuten Anfällen von Atemnot angewendet werden. Dies sind schnellwirksame bronchialerweiternde Medikamente (Bronchodilatatoren) aus der Gruppe der Beta-2-Sympathomimetika (z. B. Fenoterol, Salbumatol, Terbutalin) oder Anticholinergika (z. B. Ipratropiumbromid). Sie entspannen innerhalb kurzer Zeit die Muskulatur der Atemwege, so dass sich die Atemwege erweitern und das Atmen wieder leichter fällt. Die Wirkung der schnellwirksamen Beta-2-Sympathomimetika (SABA) setzt bereits nach 3 bis 5 Minuten ein und hält 4 bis 6 Stunden an, während die volle Wirkung von Ipratropiumbromid erst nach 20 bis 30 Minuten eintritt, dafür aber bis zu 8 Stunden anhält. Bei Patienten, die nur leichte COPD-Beschwerden haben (Schweregrad 1) reicht meist die Bedarfstherapie alleine aus.

Langzeitmedikamente zur Dauerbehandlung

Bei Patienten mit COPD der Schweregrade 2 bis 4, deren Beschwerden stärker ausgeprägt und deren Lungenwerte schon deutlich verschlechtert sind, wird zusätzlich eine Dauertherapie mit langwirksamen Bronchodilatatoren empfohlen. Dazu zählen langwirksame Beta-2-Sympathomimetika (LABA) wie Formoterol und Salmeterol und das Anticholinergikum Tiotropiumbromid. Langwirksame Beta-2-Sympathomimetika erweitern die Bronchien dauerhaft über 12 Stunden, wirken aber nicht so schnell wie die Bedarfsmedikamente. Eine Ausnahme ist der Wirkstoff Formoterol, dessen Wirkung innerhalb von wenigen Minuten einsetzt und über 12 Stunden anhält. Tiotropiumbromid hat eine Wirkdauer von 24 Stunden. Diese Langzeitmedikamente, die manchmal auch kombiniert eingesetzt werden, können zu

  • einer Verringerung der Atemnot am Tag und in der Nacht,
  • einer Steigerung der Lebensqualität,
  • einer Besserung der Lungenfunktion und Abnahme der Exazerbationen (akute Verschlimmerungen)

führen.

Neben den genannten Langzeitmedikamenten können Theophyllinpräparate eingesetzt werden, die die Symptome lindern und die Belastbarkeit und Atemmuskelkraft steigern können. Aufgrund der schwächer ausgeprägten bronchialerweiternden Wirkung und möglicher Nebenwirkungen werden diese Medikamente jedoch nur eingesetzt, wenn die obengenannten Wirkstoffe nicht die gewünschte Wirkung erzielen.

Die Entzündungsart der COPD ist eine ganz andere als die des Asthmas. Daher zeigen Glukokortikosteroide (z.B. Kortison) in den Anfangsstadien wenig Wirkung. Diese werden erst beim Schweregrad 3 und 4 mit wiederkehrenden Exazerbationen zusätzlich zu den bronchialerweiternden Langzeitmedikamenten, als inhalative Dauertherapie (z.B. Fluticason, Beclometason oder Budesonid) empfohlen. Durch ihre antientzündliche Wirkung verringern sie die Empfindlichkeit der Atemwege gegenüber äußeren Reizen. Auf diese Weise kann Exazerbationen vorgebeugt werden. Damit sie diese Wirkung entwickeln, ist es wichtig, dass sie regelmäßig angewendet werden. Einige Patienten haben Angst, ihr inhalatives Glukokortikosteroid regelmäßig anzuwenden. Sie haben dabei die bekannten Kortison-Nebenwirkungen, wie z.B. Gewichtszunahme mit „Mondgesicht“, dünne Haut, erhöhte Osteoporose- und Infektionsgefahr, Rückbildung der Muskulatur oder Wachstumshemmung bei Kindern im Hinterkopf, die bei langfristiger Einnahme hoher Kortison-Dosen in Tablettenform auftreten können. Diese Angst ist jedoch unbegründet, da die Glukokortikosteroide durch die Inhalation direkt an ihren Wirkungsort gelangen und so, im Vergleich zur Anwendung in Tablettenform, nur sehr geringe Mengen an Wirkstoff benötigt werden. Bei der Inhalation gelangt nicht die gesamte Wirkstoffmenge in die Atemwege, ein Teil setzt sich im Mund-Rachenraum ab und wird verschluckt. Inhalative Glukokortikosteroide werden aber aus dem Magen-Darm-Trakt nur sehr schwer resorbiert (aufgenommen) und die geringen Mengen, die resorbiert werden, werden sofort vom Körper abgebaut. Selbst unter jahrelanger inhalativer Therapie mit Glukokortikosteroiden treten Nebenwirkungen, wie man sie bei oraler Einnahme kennt, nicht auf.

Um die gemeinsame Anwendung von langwirksamen Beta-2-Sypathomimetika zusammen mit Glukokortikosteroiden zu erleichtern, stehen Kombinationspräparate zur Verfügung, die beides enthalten. So muss der Patient nur ein Inhalationssystem anwenden um beide Stoffe aufzunehmen, was die Therapie deutlich vereinfacht und Zeit spart.

Ab Schweregrad 4 kann zusätzlich eine Langzeit-Sauerstoff-Therapie oder eine chirurgische Therapie notwendig sein.

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