Inhalationssysteme

Inhaltationssysteme für die Therapie von Asthma

Damit die Medikamente optimal wirken können, müssen sie richtig inhaliert werden. Dafür stehen verschiedene Inhalationssysteme zur Verfügung, die sich in ihrer Handhabung unterscheiden, und bei denen unterschiedliche Inhalationstechniken angewendet werden müssen. Die Anwendung erfordert daher Einweisung und Übung. Die Einweisung in die richtige Anwendung des Inhalationssystems erfolgt durch Arzt/Ärztin, Apotheker/in, Krankenschwester/-pfleger oder Arzthelfer/in. Die richtige Inhalationstechnik sollte in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Die wichtigsten Inhalationssysteme sind Dosieraerosole und Pulverinhalatoren. Das Inhalationssystem wird vom Arzt für jeden Patienten individuell ausgewählt, um zu gewährleisten, dass jeder Patient ein für ihn geeignetes Inhalationssystem erhält.

Dosieraerosole

In einem Dosieraerosol ist der Wirkstoff in verflüssigtem Treibgas suspendiert oder gelöst. Beim Auslösen des Sprühstoßes wird die immer gleiche Menge an feinsten Wirkstoffpartikeln freigesetzt und vom Patienten eingeatmet.

Vor der Anwendung muss ein Dosieraerosol, in dem der Wirkstoff suspendiert vorliegt, zunächst geschüttelt werden, um die kleinen Wirkstoffteilchen in der Flüssigkeit gleichmäßig zu verteilen. Bei fertigen Wirkstofflösungen ist dies nicht notwendig. Die Gebrauchsinformation des jeweiligen Präparates sollte deshalb sorgfältig gelesen werden.

Bei Erstbenutzung eines Dosieraerosols oder nach längerer Nichtbenutzung sollten zunächst zwei bis drei Sprühstöße ohne Inhalation ausgelöst werden.

Die Inhalation erfolgt in aufrechter Körperhaltung im Stehen oder im Sitzen.

Die Inhalation aus einem Dosieraerosol ohne Verwendung eines Spacers verläuft in den folgenden Schritten:

  • Schutzkappe des Dosieraerosols abnehmen und Dosieraerosol ggf. kräftig schütteln.
  • Das Dosieraerosol senkrecht mit dem Behälterboden nach oben und dem Mundstück nach unten zwischen Daumen und Zeigefinger halten.
  • Langsam und tief ausatmen.
  • Das Mundstück mit den Lippen fest umschließen.
  • Langsam (etwa 5 Sekunden) und tief durch den Mund einatmen. Mit Beginn des Einatmens den Sprühstoß durch Drücken auf den Behälterboden auslösen. Nach dem Auslösen langsam weiteratmen bis die Lunge gefüllt ist.
  • Die Luft so lange anhalten, wie es angenehm ist.
  • Dosieraerosol aus dem Mund nehmen und langsam durch die Nase oder mit Lippenbremse über den Mund ausatmen. Nicht in das Mundstück des Dosieraerosols ausatmen.
  • Schutzkappe wieder aufsetzen.

Wenn ein zweiter Sprühstoß inhaliert werden muss, sollte die zweite Inhalation frühestens 30 Sekunden nach der ersten Inhalation durchgeführt werden.

Folgende Fehler sollten vermieden werden:

  • Schütteln vergessen (Im Zweifelsfall das Dosieraerosol immer schütteln, denn eine Suspension muss geschüttelt werden und bei einer Lösung, die nicht geschüttelt werden muss, schadet es nicht).
  • Zu schnelles Einatmen.
  • Auslösen des Sprühstoßes vor Beginn der Einatmung.
  • Nicht mehr weiteratmen nach dem Auslösen oder wenn das Medikament im Mund spürbar ist.
  • Sofortiges Ausatmen (unbedingt Luft einige Sekunden anhalten, damit die Wirkstoffteilchen Zeit haben, sich auf der Bronchialschleimhaut abzulagern).

Es ist sehr wichtig, dass die Inhalation korrekt durchgeführt wird, denn nur bei korrekter Inhalation gelangt eine ausreichende Wirkstoffmenge in die Bronchien.

Einigen Patienten (z.B. Kindern, Älteren) fällt es schwer, mit Beginn der Einatmung den Sprühstoß auszulösen. Bei diesen Patienten empfiehlt sich die Verwendung einer Inhalationshilfe, eines sogenannten Spacers. Der Spacer vereinfacht die Inhalation, da die Koordination von Einatmung und Auslösung des Sprühstoßes entfällt. Ein Spacer bietet aber noch weitere Vorteile: So setzen sich große Wirkstoffpartikel an der Wand des Spacers ab und die Ablagerung im Mund oder Rachen wird verringert. Damit können unerwünschte Nebenwirkungen von inhalativen Glukokortikosteroiden wie Pilzinfektionen (Soor) im Mund-Rachenraum oder Heiserkeit verringert werden. Bei Inhalation eines Glukokortikosteroids oder eines Kombinationsmedikaments, das ein inhalatives Glukokortikosteroid enthält, sollte deshalb ein Spacer verwendet werden.

Manche Patienten reagieren auf den Kältereiz des Aerosols mit Husten. Auch dieser Hustenreiz kann durch die Anwendung eines Spacers verringert werden.

Ein Spacer ist einfach anzuwenden: Auf das eine Ende des Spacers wird das Dosieraerosol aufgesetzt, das andere Ende ist das Mundstück.

Nachdem langsam und tief ausgeatmet wurde, wird das Mundstück des Spacers fest mit den Lippen umschlossen.

Zunächst wird ein Sprühstoß aus dem Dosieraerosol in den Spacer abgegeben. Danach atmet der Patient mit einem tiefen und langsamen Atemzug das Aerosol aus dem Spacer ein.

Anschließend hält der Patient die Luft so lange an, wie es angenehm ist. Danach wird der Spacer aus dem Mund genommen und langsam durch die Nase oder mit Lippenbremse über den Mund ausgeatmet.

Korrekte Anwendung des Dosieraerosols

Das Video veranschaulicht die korrekte Anwendung eines Dosieraerosols mit einem Dosiszählwerk. Die verbleibende Anzahl an Sprühstoßen wird über den Dosiszähler angezeigt. Zur besseren Übersicht sind die Zahlen analog einer Ampelfunktion farbig hinterlegt (anfangs grün, gelb und zuletzt rot). Diese Funktion ermöglicht Ihnen eine zeitnahe Orientierung für die Ausstellung eines weiteren Rezeptes. Das Video wird von der Deutschen Atemwegsliga bereitgestellt.

Bitte klicken Sie auf folgenden Link: www.vimeo.com/64961370

Pulverinhalatoren

Der Pulverinhalator enthält den Wirkstoff in mikronisierter Form als feines Pulver. Die mikronisierten Wirkstoffteilchen sind an einen Träger (Lactose) gebunden und zusammengelagert. Durch den Luftstrom bei der Einatmung werden die Teilchen vom Träger und voneinander getrennt, sodass feinste, lungengängige Partikel entstehen, die während der Einatmung in die Atemwege aufgenommen werden. Um genügend Wirkstoff in die Atemwege aufzunehmen, muss beim Einatmen ein bestimmter Luftfluss (Atemstromstärke) erreicht und eine Mindest-Luftmenge eingeatmet werden. Eine genügend große Atemstromstärke ist bei der Pulverinhalation deshalb entscheidend. Ist die Atemstromstärke nicht ausreichend, gelangen die Wirkstoffteilchen nur unvollständig oder gar nicht in die Bronchien. Dies gilt vor allem für die sogenannten atemzugsgesteuerten Pulverinhalatoren, die das Pulver erst ab einer bestimmten Atemstromstärke freigeben.

Ist die Lungenfunktion im Asthmaanfall oder bei schwerer Erkrankung stark eingeschränkt, kann es schwierig sein, die nötige Kraft beim Einatmen aufzubringen. Auch bei kleinen Kindern reicht der Luftstrom im Allgemeinen nicht aus, um ausreichend Wirkstoff in die Atemwege zu transportieren.

Eine Koordination von Einatmung und Freisetzung des Wirkstoffs wie bei Dosieraerosolen ist bei Pulverinhalatoren nicht notwendig.

Es gibt eine Reihe von Pulverinhalatoren, die sich in der Anwendung voneinander unterscheiden. Für alle Pulverinhalatoren gelten aber folgende Schritte bei der Anwendung:

  • Zunächst normal ausatmen
  • Das Mundstück dicht mit den Lippen umschließen
  • Schnell, kräftig und tief einatmen
  • Die Luft so lange anhalten, wie es angenehm ist
  • Den Pulverinhalator aus dem Mund nehmen und ausatmen

Bei Pulverinhalatoren ist es besonders wichtig, dass der Patient nicht in das Gerät hinein atmet und den Inhalator generell vor Feuchtigkeit schützt. Ansonsten verklumpt das Pulver und der Patient kann es nicht mehr inhalieren.

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Medikamentöse Therapie

Zur Behandlung von Asthma stehen Bedarfs- und  Langzeitmedikamente zur Verfügung, die bevorzugt inhalativ verabreicht werden.

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