Akute und chronische Schmerzen haben viele Ursachen

Akute Schmerzen können überall dort auftreten, wo Körpergewebe geschädigt wird. Chronische Schmerzen betreffen hingegen vor allem den Bewegungsapparat. So klagt ein Viertel der Europäer über chronische Rückenschmerzen.

Akute Schmerzen sind in der Regel auf Schädigungen des Körpergewebes zurückzuführen, deren Ursachen sehr unterschiedlich sein können. Bei äußeren Schädigungen reichen sie von Verletzungen über Verbrennungen bis hin zu Verätzungen. Auch akute Entzündungen innerer Organe, plötzliche Sauerstoffunterversorgungen wie beim Herzinfarkt, Schäden am Bewegungsapparat, z.B. ein Bandscheibenvorfall, oder Karies gehen mit akuten Schmerzen einher. Darüber hinaus können bereits körperliche oder seelische Anstrengungen des Alltags, wie langes Stehen, einseitige Bewegungen oder Stress zu akuten Rücken-, Gelenk-, Muskel- oder Kopfschmerzen führen.

Chronische Schmerzen betreffen oft den Bewegungsapparat

Chronische Schmerzen, die länger als sechs Monate anhalten und zum eigenständigen Krankheitsbild geworden sind, betreffen hingegen zumeist den Bewegungsapparat. So zeigte die bisher größte Studie zu chronischen Schmerzen in Europa ("Pain in Europe Survey"), dass ein Viertel der Befragten (24 Prozent) chronische Schmerzen im Bereich des Rückens hatte. Bei 16 Prozent betrafen sie die Knie, bei 14 Prozent die Beine, bei 10 Prozent die Gelenke und bei 9 Prozent die Schultern. Weitere 15 Prozent der Interviewten berichteten von chronischen Schmerzen im Bereich des Kopfes.

Wie die telefonische Befragung von mehr als 46.000 Menschen aus 16 europäischen Staaten zwischen Oktober 2002 und Juni 2003 weiter ergab, gehören zu den häufigsten Ursachen der chronischen Schmerzen mit 34 Prozent die Gelenkerkrankungen Arthritis und Arthrose, gefolgt von Bandscheibenvorfällen (15 Prozent), Unfällen/Verletzungen (12 Prozent),
rheumatoider Arthritis (8 Prozent) und Migräne (7 Prozent).

Häufige schmerzverursachende Erkrankungen

  • Rückenschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Tumorschmerzen
  • Rheumatische Schmerzen                                                      (z.B. Arthritis, Fibromyalgie)
  • Neuropathische Schmerzen                                             (z.B. durch Abnutzungserscheinungen der Bandscheiben)
  • Schmerzen bei degenerativen Erkrankungen                      (z.B. bei Osteoporose, Arthrose)
  • Phantomschmerzen (nach Amputationen)

 

Quelle

Breivik H, et al. Survey of chronic pain in Europe: prevalence, impact on daily life, and treatment. Eur J Pain 2006; 10:287-333.

Infomaterial

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