Rheuma – nicht nur Ältere sind betroffen

Entzündlich-rheumatische Erkrankungen können jeden treffen
„Rheuma haben doch nur alte Leute!“ Das Vorurteil hält sich zwar hartnäckig, stimmt aber nicht. Gerade entzündlich-rheumatische Erkrankungen treffen auch junge Menschen. Menschen, die mit beiden Beinen mitten im Leben stehen – beruflich wie privat. Das Wort Rheuma ist übrigens schon 2000 Jahre alt und ein Sammelname für über 400 verschiedene Krankheitsbilder, deren einziges gemeinsames Merkmal der fließende, ziehende Schmerz am Bewegungs- und Bindegewebssystem (Sehnen, Muskeln, Muskelhüllen, Bänder, Knochen, Gelenke, Blutgefäße, Haut etc.) ist.
Viele Patienten sind zudem in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt, und ihre Leistungsfähigkeit sinkt. Manchmal sind auch die inneren Organe (z.B. Herz, Lunge, Leber, Niere) mitbetroffen. Der rheumatische Schmerz und die körperlichen Begleitsymptome können sehr unterschiedliche Ursachen haben und beginnen manchmal so schleichend, dass eine frühe Diagnose nur schwer möglich ist.
Die meisten rheumatischen Gelenkerkrankungen entstehen durch Verschleiß (Arthrosen). Fast jeder Mensch hat irgendwann im Leben vorübergehend rheumatische Beschwerden und bekommt im Alter mehr oder weniger ausgeprägte Arthrosen. Eine weitere, wichtige Gruppe sind die Gelenkerkrankungen, deren Ursache eine Entzündung ist. Beispiele hierfür sind rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew oder die Schuppenflechtenarthritis. Ferner zählen auch entzündliche Erkrankungen des Bindegewebssystems (z.B. Lupus erythematodes, Sklerodermie) oder der Blutgefäße (z.B. Polymyalgia rheumatica) zum rheumatischen Formenkreis.
Rheumatoide Arthritis erkennen und selbst aktiv werden
Rheumatoide Arthritis, kurz RA, ist eine der häufigsten Rheumakrankheiten; in Deutschland sind etwa 800.000 Menschen betroffen. Die Erkrankung tritt vor allem zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf, wobei Frauen etwa doppelt so oft betroffen sind wie Männer.1 Rheumatoide Arthritis ist eine chronische Krankheit mit einem fortschreitenden Verlauf in Schüben. Sie ist bisher nicht heilbar, kann aber dank wirksamer Therapien gut behandelt werden.
Weiter
Quellen
1. DGRh-Leitlinie: Management der frühen rheumatoiden Arthritis, zweite überarbeitete Auflage.


