Wenn Rückenmark und Gehirn erreicht werden sollen

Liquor ist eine klare Gehirn-Rückenmarks-
Flüssigkeit, die nur wenige Zellen enthält. Die meisten dieser Zellen sind Lymphozyten.
Wenn bei Lymphompatienten im fortgeschrittenen Krankheitsstadium Krebszellen im Liquor der Hirn- und Rückenmarkshäute nachgewiesen werden, ist die intrathekale Chemotherapie die effektivste Behandlungsoption. Bei dieser besonderen Form der Chemotherapie werden die Zytostatika mittels einer lumbalen Injektion (Spritze in den Rückenmarkskanal) appliziert. Im Gegensatz zur intravenösen Chemotherapie kann so die Blut-Hirn-Schranke überwunden werden.
Bei der intrathekalen Chemotherapie werden Tumor hemmende Medikamente in den Rückenmarkkanal gespritzt, die so auf direktem Wege zum Gehirn gelangen. Die intrathekale Chemotherapie hat den Vorteil, dass der Wirkstoff die Tumorzelle schnell erreicht. So sind hohe Medikamentenkonzentrationen direkt am Tumor möglich, ohne den ganzen Körper zu beeinträchtigen.
Durchführung der Behandlung
Dank moderner Depot-Medikamente mit Langzeitwirkung muss die aufwändige und unangenehme Injektion statt mehrmals wöchentlich nur alle 2 Wochen erfolgen. Die intrathekale Chemotherapie wird so in einer patientenfreundlicheren Form durchgeführt, was eine wesentliche Erleichterung für Patienten und Ärzte darstellt.

