Wenn sich Lymphzellen krankhaft vermehren

75% der Patienten mit chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) sind über 60 Jahre alt. Aufgrund der unspezifischen Krankheitssymptome erfolgt die Diagnose oft nur zufällig.

Das Wort "Leukämie" bedeutet übersetzt  "weißes Blut" und verweist auf die krankhaft erhöhte Zahl weißer Blutkörperchen im Blut der Betroffenen. Das mittlere Erkrankungsalter für CLL liegt bei 65 Jahren, wobei Männer etwa zwei- bis dreimal häufiger betroffen sind als Frauen. Da die CLL nur sehr langsam fortschreitet und zunächst kaum Beschwerden verursacht, wird sie oft nur zufällig entdeckt. Die Patienten leben meist mehrere Jahre mit der Erkrankung, ohne im Alltag sehr eingeschränkt zu sein.

Bei der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) handelt es sich um eine chronisch verlaufende Form der Erkrankung, bei der die Lymphozyten entarten. Die CLL wird daher nicht zur Krankheitsgruppe der Leukämien gezählt, sondern zu den Lymphomen (Non-Hodgkin-Lymphom).
 

Die Krankheit bleibt lange unbemerkt

Mögliche Symptome der Chronischen Lymphatischen Leukämie sind Lymphknotenschwellung über einen längeren Zeitraum, Milz- und Lebervergrößerung, Leistungsschwäche, Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Auch Blutarmut, Blässe und Schwindel sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit, unklares Fieber und Hautveränderungen können auf die Krankheit hinweisen.
 

Lebensqualität lässt sich sicherstellen

Bei manchen Betroffenen ist die Lebenserwartung nicht eingeschränkt ("ruhende CLL"). Bei ihnen wird nach dem "Watch and wait"-Prinzip ein "sorgfältig kontrollierendes Abwarten" praktiziert. Erst wenn die Erkrankung zu einer deutlichen Leistungsminderung führt und Beschwerden bereitet oder sich das Blutbild deutlich verschlechtert, beginnt die Therapie.
 

Therapie der CLL

Das wichtigste Therapieziel bei einer CLL ist der Erhalt der Lebensqualität der Patienten und die Lebensverlängerung. Therapieentscheidungen werden deshalb nach individueller Krankheitsausprägung und Wünschen der Patienten getroffen. Je nach Schweregrad kommen entweder Chemotherapie-Formen mit Tabletten oder Infusionen, Antikörper gegen die Lymphomzellen, Kombinationen von Chemotherapien oder hoch dosierte Chemotherapien mit Stammzell- oder Knochenmarktransplantationen zum Einsatz.
 

Begleitende Behandlung ist wichtig

Dabei ist eine gute begleitende Behandlung wichtig, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und Nebenwirkungen zu minimieren. Die meisten Beschwerden lassen sich durch Medikamente lindern, und viele Patienten sind nach der Therapie frei von Nebenwirkungen oder Spätfolgen.
 

Mögliche Spätfolgen der Therapie sind:

  • Abgeschlagenheit und Erschöpfung (Fatigue)
  • Abbau von Muskelmasse durch Schonung und geringe Belastbarkeit
  • Infektionsanfälligkeit
  • Einschränkungen der Fruchtbarkeit