Presse

09.05.2017

Sertürner Preis 2016 geht nach Köln

Mundipharma fördert Schmerzforschung durch Auszeichnung

Einbeck/Limburg – Der „Sertürner Preis“ – ein etablierter Förderpreis für die Schmerzforschung – wurde in diesem Jahr an Dr. rer. nat. Jörg Isensee aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. rer. nat. Tim Hucho, Uniklinik Köln, Experimentelle Anästhesiologie und Schmerzforschung, vergeben. Isensee und die Arbeitsgruppe erhalten die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für Untersuchungen an Nav1.7-defizienten Mäusen, die lebenslang schmerzfrei sind.1 Ziel der Arbeit war es festzustellen, ob die Überexpression von endogenen Opioiden zu einer Desensitivierung der zellulären Opioidrezeptor-abhängigen Signaltransduktion führt oder ob Gegenspieler wie zum Beispiel Serotonin-induzierte Signalvorgänge zum Erhalt der Homöostase skaliert werden.

Dr. rer. nat. Jörg Isensee, Uniklinik Köln, Experimentelle Anästhesiologie und Schmerzforschung, untersuchte mit seiner Arbeit „Synergistic regulation of serotonin and opioid signaling contribute to pain insensitivity in Nav1.7 knockout mice“ in einem neuentwickelten Hochdurchsatzverfahren zur Mikroskopie-basierten Analyse sensorischer Neurone2,3 erstmalig die Skalierung von pro-nozizeptiver Serotonin- und anti-nozizeptiver Opioid-vermittelter Signaltransduktion in hunderttausenden sensorischen Neuronen von Nav1.7-defizienten Mäusen auf Einzelniveau. Isensee konnte damit zeigen, dass sowohl die pro-nozizeptive Signaltransduktion durch die Gα8/cAMP/PKA-gekoppelte 5-HT4-Rezeptoren als auch die Expression der dadurch aktivierten intrazellulären PKA-RIIβ-Isoform verringert ist. Zudem war die inhibitorische Effizienz von Opioiden stark gesteigert. Sie stieg von ca. 50% auf über 80% Inhibition der pro-nozizeptiven cAMP/PKA Aktivität und auch die Inhibition tetrodotoxin-resistenter Ströme war in Nav1.7-defizienten Neuronen verdoppelt.

Die Ergebnisse zeigen, so Isensee, erstmalig, dass Nav1.7 langanhaltend und synergistisch die Balance von pro- und anti-nozizeptiver Signaltransduktion reguliert. Der Verlust von Nav1.7 führt zu einer Verschiebung dieser Balance in Richtung anti-nozizeptiver Signaltransduktion. Dieser Mechanismus suggeriert, dass Nav1.7-Inhibitoren potente Schmerzadjuvanzien sind, die den durch Opioide erreichbaren analgetischen Endpunkt deutlich verbessern könnten.

Verliehen wurde der „Sertürner Preis“ am 29. April 2017 im Rahmen des Sertürner Workshops in Einbeck durch Professorin Dr. med. Esther Pogatzki-Zahn, 1. Vorsitzende der Sertürner Gesellschaft e.V., und Dr. Ingrid Spohr, Leiterin Medizin bei Mundipharma.

Der Sertürner Preis wird jährlich an Personen und Institutionen vergeben, deren wissenschaftliche Arbeit einen wesentlichen Beitrag zur klinischen Schmerztherapie mit Morphin und anderen Methoden bedeutet, und an Personen oder Institutionen, die sich durch ihre Tätigkeit um die Weiterentwicklung der Schmerztherapie verdient gemacht haben. In Erinnerung an den Apotheker Friedrich Wilhelm Sertürner, der als Erster im Jahre 1805 Morphin isolierte, stiftet das Unternehmen Mundipharma den Preis seit 1995.

Quellen:

  1. Isensee J et al.: Sci Signal. 2017 Jan 10;10(461)
  2. Isensee J et al.: J Cell Sci. 2014;127(Pt1)(216-29)
  3. Isensee J et al.: PLoS One. 2014;9(12)(e115731)

Über Mundipharma
Mundipharma ist ein forschendes Unternehmen, das sich nicht nur als Arzneimittelhersteller versteht, sondern als moderner Dienstleister, der hochwirksame Arzneimittel mit größtmöglicher Verträglichkeit entwickelt und somit die Therapie für Arzt und Patient wesentlich erleichtert sowie verbessert. Mundipharma hat sich auf die Schmerzmedizin spezialisiert und verfügt in den Bereichen Atemwegserkrankungen, Immunologie, Supportive Care und Suchtbehandlung über weitere Kompetenzfelder.

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